GESCHICHTE

Die Remise am See und die angrenzende Villa beherbergen die wundersamen, komisch-tragischen Geschichten seiner Erbauer und Bewohner – ein Epos aus Liebe und Romantik, Tragik und Hochstapelei, Kriegswirren und Überleben.

remise historischAlles beginnt um 1900 mit Oskar von Laszewski, der sich selbst als großartigen Schauspieler sieht. Sein Auftritt in der Öffentlichkeit als Baron und Freiherr bezaubert die Bankiers-Witwe Anna d’Heureuse. Sie verlieben sich ineinander, heiraten und kaufen eigenen Grund und Boden in Caputh – das Areal von Remise und Villa. Sie finden im Berliner Georg Siewert einen Architekten nach ihren Vorstellungen und beauftragen ihn mit dem Bau einer prächtigen Villa. Im ersten Bauabschnitt 1907 wird das Kutscherhaus fertiggestellt und das junge Paar zieht zunächst hier ein.

bergmannvilla aussen rückseite1911 zieht das Paar in die Villa. Oskar hat sich den Salon wie ein Theater bauen lassen. Bunte Bleiglasfenster zeigen Szenen aus Theaterstücken, Portraits berühmter Dichter und Zitate runden das Bild ab.

Die Ehe zerbricht. 1919, nur 8 Jahre nach der Erbauung, verkauft Anna ihr Traumhaus an den Berliner Heinrich Bergmann, einen erfolgreichen Fabrikanten und Eigentümer einer Kette chemischer Reinigungen. Nach ihm ist die „Bergmann – Villa“ bis heute benannt. Er zahlt den Kaufpreis an Anna und sie zieht nach Potsdam. Oskar, der Schauspieler und Lebemann, bleibt spurlos in den Wirren der Zeit verloren.

Bergmann und seine Frau Martha wohnen in einer Stadtvilla in Berlin und verbringen die Wochenenden mit der Familie in Caputh. Mitte der 1930er Jahre will er in ein größeres Haus ziehen und versucht das Anwesen zu verkaufen. Goebbels interessiert sich dafür und Bergmann zieht erschrocken sein Angebot zurück.

Heinrich Bergmann stirbt 1940. Die Berliner Villa wird 1943 zerbombt und Martha zieht mit der Familie nach Caputh. 2 Jahre später erobert die russische Armee den Ort und richtet in der Villa ein Offizierskasino ein. Martha Bergmann kehrt mit ihrer Familie nach Kriegsende in das Haus zurück und betreibt dort bis 1950 eine Wäscherei.

villa berg mann seite nansichtSeit 1951 ist das Haus unter der Obhut des Rates der Gemeinde Caputh, der daraus einen öffentlichen Kindergarten macht. Der Kindergarten besteht bis 1998 und ist den Caputher Bürgern bis heute in guter Erinnerung geblieben.

2008 kauft der Unternehmer Dr. Lothar Hardt Villa und Remise. Er saniert das baufällige Denkmal und achtet auf den Erhalt seines ursprünglichen Charmes.

2013 beginnt die Kapooth GmbH die Sanierung der denkmalgeschützten Remise und den Umbau zu Ferienwohnungen. Das Ziel war und ist, eine zeitgemäße Nutzung dieser außergewöhnlichen historischen Gebäude am Caputher Gmünd zu ermöglichen und so das touristische Angebot vor Ort im gehobenen Segment zu erweitern.

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